Pressespiegel Januar 2005
netzzeitung
Moshammers Tod schockt auch Obdachlose
Der Tod Rudolph Moshammers sorgt nicht nur in der Society für Bestürzung. "Wir haben einen Gönner verloren", so die Sprecherin einer Obdachlosen-Hilfsorganisationen zur Netz-zeitung Der Name Rudolph Moshammer bedeutete für die meisten Menschen: verrückte Frisur, pompöses Auftreten und immer den kleinen Hund Daisy auf dem Arm. Doch hatte der Münchner Modedesigner, der am Freitagmorgen tot aufgefunden wurde, auch eine ganz andere Seite, abseits aller Oberflächlichkeit: Moshammer war ein großer Helfer für Menschen, die durch das soziale Netz der Gesellschaft gerutscht sind.
Erst Weihnachten vergangenen Jahres war er Pate eines Suchtzentrums für Alkoholkranke geworden. Seit mehr als zehn Jahren unterstützt er Obdachlosen-Hilfsorganisationen, in diesem Jahr wollte er ein Obdachlosen-Heim für 60 Personen einrichten.
"Wir haben einen großen Freund und Gönner verloren", sagte Eleni Adamidu von der Münchner Obdachlosen-Zeitung "Biss" der Netzeitung. "Wir sind sehr bestürzt, die Stimmung ist am Boden." Von Anfang an habe Moshammer die Zeitung, deren Verkäufe Obdachlosen zu Gute kommt, unterstützt. "Gleich zu Anfang, im Jahr 2000, hat er drei Patenschaften übernommen, das heißt wir konnten drei Leute einstellen", so Adamidu.
Dazu seien Einzelbeihilfen gekommen, so er habe einen Betriebsausflug ermöglicht, den Parkettboden des Büros erneuern lassen und auch eine Weihnachtsfeier spendiert.
"Wo er konnte, hat er uns unterstützt." Dabei sei er ein sehr pragmatischer Mensch gewesen, sagt Adamidu.
Der Vater starb auf der Straße. In einem ARD-Bericht aus dem vergangenen Dezember wurde bekannt, warum Moshammer sich so um Obdachlose bemüht hat: Sein Vater starb nach einem Leben auf der Straße. Deshalb "schlägt mein Herzblut für Obdachlose", wurde der Designer in dem Bericht zitiert. "Das sind liebenswerte, wertvolle Menschen, Menschen wie du und ich, die durch Umstände in die Obdachlosigkeit gerutscht sind."
Auch er selbst, der als Szene-Star im Luxus lebte, habe als Kind Armut und Not erlebt, heißt es weiter. Als sein Vater arbeitslos wurde, hätten er und seine Mutter "Tag und Nacht arbeiten" müssen. "Wir fanden fast keinen Schlaf." Dass sein Vater dann die Familie verließ und auf der Straße lebte, habe er nie verwunden.
Der 59-Jährige hat zudem eine Stiftung und den Verein "Licht für Obdachlose" gegründet. In Zusammenarbeit mit der Münchner Tafel verteilte er alljährlich Advents-Spenden an Menschen, die auf der Straße leben. Das Besondere an Moshammer, so Adamidu, sei gewesen, dass seine Hilfe nichts Einmaliges war. "Er blieb am Ball." (nz)
FAZ net
Der Münchner Modemacher
Rudolph Moshammer ist ermordet worden.
Die Leiche des Prominenten-Schneiders wurde am Freitag in seinem Haus im Münchner Nobelvorort Grünwald von seinem Chauffeur gefunden. (...)
Teilte Reichtum mit Obdachlosen Moshammer war häufig auf Münchens Straßen in seinem Rolls Royce zu sehen. Er hielt nicht hinterm Berg damit, daß er es zu etwas gebracht hatte. Doch der Millionär Moshammer setzte sich auch stark für soziale Belange ein. Vor allem für Obdachlose gab er großzügige Spenden und kümmerte sich um bessere Lebensverhältnisse.
Er gründete den Verein "Licht für Obdachlose", verteilte für die "Tafel" im Advent Spenden an die Armen und warb für die Ob-dachlosenzeitung "BISS". Noch in diesem Jahr wollte er ein Haus für 60 Obdachlose einrichten.
Für ein Münchner Suchtkrisen-Zentrum, das alkoholkranken Menschen und deren Familien hilft, übernahm er die Patenschaft. In München war er sehr beliebt. (...)
tz
Handküsse für Carolin Reiber
Promis bedienten bedürftige Münchner hg. München.
Einen schönen Jahresausklang für bedürftige Münchner - den gab's an Silvester im Hofbräukeller, mit Live-Musik, leckerem Dreigängemenü (Kartoffelcremesuppe, Putenrollbraten und Apfelstrudel) und Geschenktüterln zum Schluss - mit Lebkuchen, Obst und anderen schmackhaften Dingen drin.
Zum sechsten Mal hatten Claus Hipp, Schirmherr der Münchner Tafel, und Hofbräukeller-Wirt Günter Steinberg zu diesem Fest gerufen, mit viel prominenter Unterstützung. Ob OB Christian Ude (der die feierliche Ansprache hielt), ob die Münchner Wempe-Chefin Helga Kuhnert, ob Gabriela von Habsburg, ob die Schauspieler Monika Strauch und Peter Machac - sie alle halfen gerne, genau wie die 45 ehrenamtlichen Mitarbeiter vom Hofbräukeller und der Münchner Tafel.
"Es war richtig schön", so Carolin Reiber zur tz. Die TV-Moderatorin, zum dritten Mal dabei, bediente zusammen mit Enrico de Paruta zwei Tische. Dabei trug sie zwei Stunden lang Tabletts mit je acht Tellern. "Ein bisserl hab' ich's danach im rechten Arm schon gespürt", sagt sie. "Aber wir alle sind den Steinbergs dankbar, dass sie uns zu diesem Fest eingeladen haben. Die Leut' waren so süß, ich hab' sogar ganz viele Handküsse bekommen."
Auch Günter Steinberg ist sehr zufrieden. Auf seine prominenten Freunde ("es sind nur drei Teller und zwei Gläser kaputt gegangen"), und darauf, dass es wieder geklappt hat, vielen hilfsbedürftigen Menschen eine Silvester-Freude zu machen.